Claudia Cairone

 

 

 

Naturheilkunde östlich und westlich

Obwohl ich meinen Fachschwerpunkt in der Traditionellen Chinesische Medizin habe, ist es mir ein Anliegen, meinen Beruf in erster Linie als Naturheilpraktikerin zu verstehen. Die Chinesische Medizin liegt mir mit ihrer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen und dessen Eingebundensein in sein Umfeld sehr - und doch fühle ich mich auch unserer westlichen Tradition stark verbunden. Deshalb bediene ich mich für die Beratung meiner Klientinnen und Klienten der verschiedenen Sichtweisen, wobei ich meine Diagnose meist nach TCM-Kriterien erstelle und dann je nach Wunsch der Klienten und gemäss meiner Erfahrung die geeignete Therapiemethode wähle.

 

TCM – Traditionelle Chinesische Medizin

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eines der alternativmedizinischen Gesamtsysteme, welche versuchen, den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen und sein Eingebettetsein in die Umwelt zu verstehen. Dabei haben sowohl äussere Faktoren wie Klima, Erreger, Lebensführung usw., aber auch innere wie Emotionen einen Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen.

In der chinesischen Vorstellung wird unser Körper von einer Lebensenergie versorgt, die im chinesischen Sprachgebrauch als Qi vorgestellt wird. Die sogenannten Meridiane oder Leitbahnen verteilen dieses Qi um ganzen Körper. Jedem Organ ist eine Funktion zugeteilt, die mit dieser Energie zusammenhängt. Stören innere oder äussere Faktoren dieses feine Gleichgewicht, kommt es zu Befindlichkeitsstörungen bzw. bis hin zu Erkrankungen.  

 

Erstgespräch

Bei einem Erstgespräch, das in der Regel ca. 1 Stunde Zeit beansprucht, berichtet der Klient / die Klientin über die vorliegenden Beschwerden.

Systematisch werden alle wichtigen Angaben besprochen. Dabei werden nicht nur die „Schwachpunkte“ erfragt, sondern ebenso nimmt die Lebensführung wie Ernährung, Schlafverhalten und Energiestatus einen wichtigen Teil der Befunderhebung ein.

 

Diagnostik

Die Befunderhebung wird ergänzt durch verschiedene diagnostische Verfahren:

  • Pulsdiagnose
  • Zungendiagnose
  • Sehen, Riechen, Hören
  • Tasten

 

Therapien
Die Traditionelle Chinesische Medizin fusst auf 5 verschiedenen Therapiemethoden:

  • Diätetik (Ernährung)
  • Arzneitherapie
  • Akupunktur
  • Tuina 
  • Qi Gong
  • Ergänzende Methoden wie Gua Sha, Moxa oder Schröpfen zählen wir zur Akupunktur

In meiner Praxis arbeite ich hauptsächlich mit der Akupunktur. Die Akupunktur spricht eine Ebene an, die die Chinesen die Qi-Ebene nennen. Es ist nicht einfach, den Begriff des Qi zu übersetzen, zumal Qi sich in verschiedenen Formen zeigen kann. Grob lässt sich aber sagen, dass mit Qi, die Lebensenergie des Menschen gemeint ist. Dieses ungreifbare „Etwas“, dass unseren Körper belebt und somit den Unterschied eines belebten zu einem unbelebten Körper ausmacht.
In der Akupunktur wird diese Energie des Menschen beeinflusst, in dem man an bestimmten Punkten des Körpers mittels Nadeln die Fluss des Qi beeinflusst - lösen bei Stauung, beleben bei Mangel.
Die Akupunkturpunkte lassen sich auch über Wärmeanwendungen beeinflussen, in der TCM verwendet man dafür Moxa - eine Art von Beifusskraut, das getrocknet und dann zu einer Art Wolle oder Zigarre weiterverarbeitet wird, welches dann an den Punkten angewandt wird.
Weitere Methoden, die in der Chinesischen Medizin eingesetzt werden, sind Gua Sha - das Schaben mit einem geschliffenen Jadestein oder einem chinesischen Suppenlöffel um Verspannungen / Stauungen zu lösen oder Schröpfen mit Gläsern, die z.B. zur Steigerung der Abwehrkräfte oder zum Lösen von Verspannungen eingesetzt werden.

Die Akupunktur eignet sich zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden. Der Schweizer Berufsverband für TCM empfiehlt auf seiner Seite die Akupunktur bei:

  • Neurologischen Krankheiten wie Schwindel, Tinnitus, Migräne/ Kopfschmerz…
  • Orthopädischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Nackenbeschwerden, Arthrose, Rheuma…
  • Innere Krankheiten wie: Hypertonie, Stoffwechselstörungen, Bronchitis, Anämie…
  • Gynäkologischen Störungen wie Menstruationsbeschwerden, Blasenentzündung, Kinderwunsch…
  • Allergische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen, Ekzeme…
  • Magen-Darmstörungen wie Verstopfung, Reizdarm, Übersäuerung…

 
Die 5-Elemente Akupunktur
Es gibt verschiedene Akupunktur-Formen. In der Behandlung von Schmerzen beispielsweise hat sich die klassische Akupunktur bewährt. Chronische Beschwerden oder solche die mit psychischen oder seelischen Belastungssituationen zusammenhängen, sprechen sehr gut auch die 5-Elemente Akupunktur an. Hierbei wird besonders die Konstitution eines Mensch in den Vordergrund gerückt und gestärkt.


Seit kurzem biete ich in meiner Praxis auch Chinesische Massage, auch Tuina genannt, an. Vor allem im Bereich des Bewegungsapparates ist dies eine gute und oft sehr rasch wirksame Ergänzung. Auch bei den Gynäkologischen Störungen kann Tuina sehr hilfreich sein.

Die Ernährungsberatung ist in meiner Praxis, je nach Beschwerden, ein sehr wichtiger Teil. Dabei verknüpfe ich wiederum modernes, westliches Wissen aus der Ernährungswissenschaft mit den Weisheiten der chinesischen Sichtweise. Jedoch ist es mir wichtig, dass dabei unsere kulturellen und lokalen Hintergründe berücksichtigt werden. Regionale, saisonale und frische Kost ist das A und O jeder gesunden Ernährung die zum Gleichgewicht oder Wiedererlangen unseres Wohlbefindens beiträgt.

Für die Arzneitherapie verwende ich grösstenteils Mittel aus unserem abendländischen Wissensschatz. Paracelsus meinte einst: „Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel, sind Apotheken.“ Damit wollte er bestimmt auch zum Ausdruck bringen, dass wir nicht in die Ferne schweifen müssen um wertvolle Arzneien zu erhalten - das Gute liegt vor unseren eigenen Türen. Somit setze ich meistens Pflanzen und Heilmittel ein, die unserer Tradition entsprungen sind. Die chinesischen Kräuter wende ich in ein paar wenigen, auserlesenen Fällen aus, in denen es sich nach meiner Erfahrung nach bewährt hat auf die chinesischen Kräuterrezepturen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben, zurückzugreifen.

 

Traditionelle Abendländische Medizin

 

Bei der Traditionellen Abendländsischen Medizin greife ich meist auf mein Kräuterwissen zurück, ergänze auch hie und da mit einem Arzneimittel aus der anthroposophischen Medizin und vermittle meinen Klienten Wissen und Tipps über eine gesunde Lebensführung im Sinne von „Körper und Geistpflege“. Auch die Ohrakupunktur gehört in den Erfahrungsschatz der westlichen Tradition.

 

Spezialgebiet Frauenheilkunde

 

In den letzten Jahren habe ich mich vermehrt mit der Frauenheilkunde auseinandergesetzt und auf diesem Gebiet sowohl in der chinesischen wie auch in der abendländischen Naturheilkunde viele Weiterbildungen besucht. 

 

Die Frauenheilkunde liegt mir am Herzen weil…

  • ich selber eine Frau bin
  • die Frauen seit jeher eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Naturheilkunde spielen. Von einstigen sogenannten Hexen (wohl eher kräuterheilkundige Frauen!), weisen Frauen und Hebammen konnten wir viel lernen
  • mich die komplexen Zusammenhänge interessieren
  • Frauen sich besonders oft für ebendiese Zusammenhänge interessieren und eine naturheilkundliche Praxis aufsuchen
  • Frau und Mann nicht gleich „ticken“
  • weil es meist die Mütter sind, die das Vertrauen in die Naturheilkunde ihren Kindern weitergeben
  • weil Frauen besondere Wechselzeiten intensiv erleben (Pubertät, Wechseljahre) und diese Zeiten keine Krankheitsphasen, sondern ein interessante Prozesse sind, die sich besonders gut durch die Naturheilkunde unterstützen lassen

 

Diagnose & Therapie

Auch hier bediene ich mich entweder der östlichen oder westlichen Heilkunde.

Die meisten gynäkologischen Probleme lassen sich naturheilkundliche sehr gut behandeln oder ergänzend zur Schulmedizin begleiten. Ich berate Frauen in verschiedenen Lebenssituationen und verstehe mich auch als Vermittlerin von Kontakten, wenn dies spezielle Situationen erfordern.

Ich darf auf ein gutes frauenheilkundliches Netzwerk zurückgreifen und, arbeite wo sinnvoll, eng mit Fachpersonen wie zum Beispiel Hebammen, Frauenärztinnen, Ernährungsberaterinnen zusammen.

 

Vor, während und nach der Schwangerschaft

Die Naturheilkunde eignet sich besonders gut um Frauen in dieser sensiblen Phase ihres Lebens zu unterstützen. Bereits vor der Schwangerschaft, bei Kinderwunsch, kann mit sanften Mitteln und Methoden „das Terrain“ für eine Empfängnis vorbereitet werden.

Für die Schwangerschaft selbst gilt auch für die alternativmedizinischen Methoden: So wenig wie nötig. Es lassen sich vor allem mit der Akupunktur sehr gute Ergebnisse erzielen z.B. bei…

…Übelkeit
…Ischiasbeschwerden
…Erschöpfung
…Schlafstörungen
…Ängste
…Beckenendlage

Ab der 36. Schwangerschaftswoche wird die Akupunktur geburtsvorbreitend eingesetzt. Dies verkürzt in der Regel die Eröffnungsphase und erleichtert die Geburt.

Nach der Geburt kann die Akupunktur und vor allem die Kräuterheilkunde stärkend eingesetzt werden und den Rückbildungsprozess unterstützen. Aber auch gezielt bei Problemen wie Brustentzündungen, zu wenig Milch, Narbenschmerzen etc. kann Abhilfe geleistet werden.

 

 

Nähere Informationen unter www.akupoint.ch


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